Sportlich. Kompetent. Lebensretter.

Liebe Kameradinnen und Kameraden, Förderer und Freunde der Bergwacht,

die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betreffen auch die Bergwacht. Deshalb werden aktuell unsere geplanten Dienstabende und Ausbildungsveranstaltungen ausschließlich Online durchgeführt. Uns ist es wichtig, die Einsatzbereitschaft der Bergwacht zu erhalten und mit gutem Beispiel voranzugehen.

Themen, Termine und Zugänge zu Online-Dienstabenden werden jeweils Mittwochs vor der Veranstaltung über den Bergwacht E-Mail-Verteiler bekannt gegeben.

Eure Bergwacht Schwäbisch Gmünd

Am 30.05.2021 um 16:38 Uhr wurde die Bergwacht Schwäbisch Gmünd zu einem abgestürzten Gleitschirmflieger nach Waldstetten alarmiert.


Ein zufällig vorbeikommender Bergretter wurde bei der Suche nach einem abgestürzten Gleitschirmflieger um Hilfe gebeten. Dies hat sich als wertvoller Zeitvorteil herausgestellt, da bereits von Anfang an Überlegungen zum Vorgehen bei der Rettung angestellt werden konnten.

Der Gleitschirm des Piloten verfing sich zuvor in einer Baumkrone. Zwar verhinderte dies, dass es zu einem Aufprall auf den Boden kam, eröffnete den eintreffenden Rettungskräften jedoch eine äußerst komplizierte Ausgangssituation für die Rettung.
Der Pilot hing in etwa 25 Metern Höhe und etwa fünf Meter vom nächsten Baumstamm entfernt im Gurt seines Gleitschirms. Die Lageerkundung der Einsatzkräfte schloss ein einfaches Abseilen des Piloten sowie eine Rettung durch einen Hubschrauber aus. Die einzige Option war die Rettung des Piloten vom Boden aus.

Bilder: © Bergwacht Schwäbisch Gmünd

Nach Rücksprache mit einem Gleitschirmspezialisten vom „Gleitschirm- und Hängegleiter e. V. Drei-Kaiser-Berge Waldstetten“, auf dessen Gelände der Unfall passierte, entschieden sich die Bergwacht Einsatzkräfte für eine redundante Sicherung des Piloten. Ein Bergretter stieg am Stamm des Baumes auf, warf dem Piloten ein Seil zu, mit dem sich dieser sichern konnte. Die zweite Sicherung erfolgte über ein Seil, das von unten über den festhängenden Gleitschirm umgelenkt wurde.

Nach etwas mehr als drei Stunden konnten die Gmünder Bergretter den Piloten sicher auf festen Boden abseilen, wo er direkt von einem Bergwacht-Arzt untersucht wurde.

„Das war eine technisch äußerst anspruchsvolle Rettung, vergleichbar mit der des vor fünf Jahren abgestürzten Ultraleichtflugzeugs bei Degenfeld“, erklärt der Einatzleiter der Bergwacht Schwäbisch Gmünd im Nachgang der Rettung. Einer der Bergretter ergänzte: „Uns kommt hier unsere gute Ausbildung zu Gute, die speziell ausgelegt ist für die Rettung von Menschen aus unwegsamem Gelände sowie der Höhenrettung“.

Neben der Bergwacht Schwäbisch Gmünd waren eine Rettungswagenbesatzung, ein Notarzt sowie die Polizei im Einsatz.