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Vor 25 Jahren haben Einsatzkräfte der DRK-Bergwacht Schwäbisch Gmünd das Gipfelkreuz auf dem Aragaz (4090 m), dem höchsten Berg Armeniens, gestellt. Noch in dieser Woche bricht erneut eine Delegation der Gmünder Bergwacht zu einer Jubiläumsbesteigung des Aragaz auf.

Der 4090 m Höhe des Aragaz bedürfen einer guten Kondition und körperlichen Vorbereitung. Denn bereits ab 2000 m muss mit ersten Anzeichen der Höhenkrankheit gerechnet werden. Beim Aufenthalt in großen Höhen nimmt der Sauerstoffgehalt der Luft ab. Der menschliche Körper muss sich an diesen geringeren Sauerstoffgehalt anpassen, akklimatisieren. Fehlt die Zeit zur Anpassung, droht die Höhenkrankheit. Diese äußert sich zunächst durch Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Unbehandelt und bei weiterem Aufstieg können Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme, in Hirn und Lunge schwere Schäden verursachen oder sogar zum Tod führen.

Zur Vorbereitung der Jubiläumsbesteigung des Aragaz bereiteten sich zwölf Gmünder Bergretter vor, indem sie vom 04. bis zum 06. September die Schesaplana (2965 m) an der österreichisch-schweizer Grenze bestiegen. Mit Gepäck für drei Tage, Wegzehrung sowie einer obligatorischen Erste-Hilfe-Ausrüstung ging es zuerst mit dem Lift zur Douglass Hütte. Von dort begann der drei-stündige Aufstieg in Richtung Schesaplana (2965 m), vorbei an der Totalp-Hütte.

Am Gipfel angekommen, führte die Reise weiter zum Übernachtungsziel, der Mannheimer Hütte, auf 2679 m. Vom Gipfel der Schesaplana waren weitere 1,75 Stunden Gehzeit durch Geröllfelder und die Überreste des Brandner Gletschers einzurechnen. Bei freundlichem Sonnenschein wurden die Gmünder Bergretter auf der Mannheimer Hütte begrüßt.

Am nächsten Tag gab es, wie bereits vermutet, Regen, der im Laufe des Tages als Neuschnee liegen blieb. Eine vierköpfige Gruppe machte sich wegen familiären Verpflichtungen am frühen Freitag Morgen wieder auf den Rückweg ins Tal. Ein sicherer Abstieg war nur durch den frühen Aufbruch der Kameraden gewährleistet. Dennoch bekamen sie den Wetterumschwung in Form von Starkwind, Eisregen und Schneefall kräftig zu spüren. Beim Abstieg begneten sie einem jungen Paar, das schlecht ausgerüstet auf dem Weg zur Schesaplana war. Nach Beschreibung der Wetterverhältnisse weiter oben am Berg konnten die Einsatzkräfte der DRK-Bergwacht Schwäbisch Gmünd das junge Paar sicher zur Totalphütte zurück begleiten.

Eine dicke Neuschneeschicht und schlechte Sichtverhältnisse sind Bedingungen, unter denen man es sich die acht verbliebenen Bergretter auf der Mannheimer Hütte bei ein paar Gesellschaftsspielen gemütlich gemacht haben. Am Nachmittag besserte sich das Wetter und die Gruppe brach in Richtung Wildberg (2788 m) auf. Da der Gipfel am Schluss etwas ausgesetzte Kletterei bietet und dies unter den gegebenen Bedingungen zu gefährlich war, wurde auf die letzten Meter verzichtet und etwas vor dem Gipfel umgekehrt. Ein Versuch den nahegelegenen Panüeler Kopf (2859 m) zu besteigen musste ebenfalls kurz vor dem Gipfel abgebrochen werden.

Am letzten Tag starteten die Gmünder Bergretter ihren Rückweg bei sonnigem Wetter und schneebedeckten Wegen. Nach einer Risikoanalyse vor Ort wurde entschieden, dass ein nochmaliger Aufstieg auf die Schesaplana möglich war. Beim Abstieg offenbarte sich den Bergwacht Kameraden ein steigendes Risiko in den Bergen: Steinschlag. Insgesamt dreimal musste die Gruppe herabfallenden Steinbrocken ausweichen. Glück und eine gute Ausbildung haben jedoch schlimmeres verhindert.

Mit dieser erfolgreichen und schönen Bergtour sind die Gmünder Bergretter bestens auf die Jubiläumsbesteigung des Aragaz in Armenien vorbereitet.

© Text und Bilder: DRK-Bergwacht Schwäbisch Gmünd